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Den Hass nicht gewinnen lassen

Veröffentlicht in Kreisverband

Die Verrohung des gesellschaftlichen Diskurses ist in den letzten Jahren gut zu beobachten. Besonders für in der Öffentlichkeit stehende People of Color oder Menschen mit Einwanderungsgeschichte sorgt dies für Hasswellen und Bedrohungen von rechts. SPD-Landtagskandidatin Dr. Birte Könnecke sprach in einer Online-Veranstaltung mit dem Journalisten und Autor Hasnain Kazim darüber, wie er mit Hass umgeht und wie die zivile Gesellschaft auf solche Entwicklung reagieren kann.

Hassbriefe habe er schon immer bekommen, berichtete Hasnain Kazim. Dies sei normal, wenn man mit einem „nicht deutsch klingenden“ Namen im Journalismus tätig ist. Als Dammbrüche bezeichnete er sowohl den großen Erfolg des Buches von Thilo Sarrazin im Jahr 2010 als auch spätestens die Flüchtlingswelle 2015 mit dem anschließenden Einzug der AfD in den deutschen Bundestag und in viele Landesparlamente. Rechte Botschaften und rassistische Klischees waren spätestens damit wieder im gesellschaftlichen Diskurs angekommen und wirkten plötzlich wieder sagbar. Dies gipfelte für Kazim persönlich darin, dass er Ende 2019 in einer von der AfD und Pegida losgetretenen Hasswelle knapp 1.000 Drohungen pro Tag, darunter diverse Morddrohungen, erhielt.

Hasnain Kazim fand seine eigenen Wege, um mit der immer größer werdenden Anzahl an Hassbriefen umzugehen. Einige Jahre ging er mit weiteren Journalist*innen, die ähnliche Erfahrungen mit dem Programm „Hate Poetry“ auf Tour. Im Jahr 2018 veröffentlichte er das Buch „Post von Karlheinz: Wütende Mails von richtigen Deutschen“, in dem er seinen humoristischen Umgang mit Hassmails dokumentierte. Dennoch ist ihm wichtig, dass der Humor keine Waffe ist, sondern für ihn persönlich ein Mittel, um mit dem Hass umzugehen. Um zu einer Waffe zu werden müsste der Gegenüber tatsächlich getroffen und zum Umdenken bewegt werden.

Wichtig festzustellen war für Könnecke und Kazim, dass Hass und Falschaussagen nicht stehen bleiben dürfen. Das vielfach bediente „Argument“ der fehlenden Meinungsfreiheit ist hier fehl am Platz. „Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass es ein Recht auf Widerspruchsfreiheit gibt. Worte haben Folgen und wenn jemand Unsinn oder Hetze verbreitet, muss man dem widersprechen“, so Könnecke.

Der Widerspruch sei zudem wichtig, um beleidigende oder falsche Aussagen durch fehlende Gegenrede nicht richtig erscheinen zu lassen. So könne man zumindest den stillen Mitleser argumentativ für sich gewinnen, auch wenn beim eigentlichen Adressaten schon keine Aussicht mehr besteht, Gehör zu finden.

Hasnain Kazim und Birte Könnecke zeigten Verständnis für Kommunalpolitiker*innen, die sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen oder Journalist*innen, die über gewisse Themen nicht mehr schreiben wollen, äußerten vor allem aber ihre Sorge über diese Bedrohung unserer Demokratie. Wenn gewählte Bürgermeister*innen ihr Amt niederlegen, weil ihre Familien bedroht werden, ist eine rote Linie weit überschritten.

Für Kazim selbst ist der Rückzug keine Option, denn „sonst gewinnen diese Leute und das wäre das Schlimmste für unsere zivile Gesellschaft“. Und Könnecke, im Nachgang zum Gespräch: „Ich bin sehr froh, dass der Verfassungsschutz die gesamte AfD nun als Verdachtsfall eingestuft hat. Nazis haben in unseren Parlamenten nichts zu suchen. Wir werden nicht zulassen, dass deren Hass und Hetze unsere Gesellschaft vergiftet.“

 

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